Salzsprühnebelprüfung nach DIN EN ISO 9227
Praxisgerechte Lösungen für normkonforme Korrosionsprüfungen

Korrosion zuverlässig prüfen –
mit der richtigen Lösung

Korrosion verursacht weltweit erhebliche Schäden und Kosten. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Bauteile und Beschichtungen – insbesondere in Branchen wie der Automobilindustrie, im Bauwesen, in der Luftfahrt oder im maritimen Umfeld.

Korrosionsprüfungen nach DIN EN ISO 9227 sind daher ein fester Bestandteil von Produktfreigaben, Spezifikationen und Reklamationsanalysen. Sie ermöglichen eine schnelle und vergleichbare Bewertung der Korrosionsbeständigkeit und bilden die Grundlage für:

  • die Qualifizierung neuer Beschichtungssysteme
  • die Auswahl geeigneter Materialien für definierte Einsatzbedingungen
  • die Absicherung von Qualitätsstandards
  • die Analyse von Schadens- und Reklamationsfällen

 

Typische Anwendungen reichen von Bauteilen für Offshore-Umgebungen über Komponenten mit Streusalzbelastung bis hin zu galvanischen oder dekorativen Mehrschichtsystemen.

Entscheidend ist dabei jedoch nicht nur die Norm selbst, sondern ihre zuverlässige Umsetzung in der Praxis. Nur wenn Prüfbedingungen exakt eingehalten werden, entstehen reproduzierbare und belastbare Ergebnisse. 

Genau hier setzt WKM an:
Mit maßgeschneiderten Prüfanlagen und langjähriger Erfahrung in der Umwelt- und Korrosionsprüftechnik unterstützt WKM Unternehmen dabei, Salzsprühnebelprüfungen sicher, normkonform und wirtschaftlich durchzuführen – abgestimmt auf die jeweilige Anwendung.


Salzsprühnebelprüfung
nach DIN EN ISO 9227

Die Salzsprühnebelprüfung nach DIN EN ISO 9227 (auch ASTM B117) ist ein standardisiertes Verfahren zur beschleunigten Bewertung der Korrosionsbeständigkeit von metallischen Werkstoffen und Beschichtungen.

Dabei werden Bauteile in einer Korrosionsprüftruhe oder einem Salzsprühschrank kontinuierlich mit einer Salzlösung beaufschlagt. Die permanente Benetzung erzeugt eine stark korrosive Atmosphäre, in der Schwachstellen wie Poren, Risse oder Beschichtungsfehler schnell sichtbar werden.

Ziel der Norm ist es, einheitliche Prüfbedingungen zu schaffen und vergleichbare Ergebnisse zu ermöglichen. Wichtig ist jedoch: Die erzielten Resultate sind nicht direkt auf reale Einsatzbedingungen übertragbar. Der Test dient dem Vergleich von Korrosionsschutzsystemen – nicht der Lebensdauerprognose.

 

Korrosionsprueftruhe_Korrosionspruefschrank_Salzspruehnebeltruhe

Die drei Prüfverfahren
nach DIN EN ISO 9227

Verfahren              

Bezeichnung                

Typische Anwendungen

NSS

Neutral Salt Spray 
(Neutraler Salzsprühtest)

Standardverfahren für Metalle,
Beschichtungen und Verzinkungen


AASS

Acetic Acid Salt Spray
(Essigsäure Salzsprühnebeltest)     

Für dekorative Überzüge,
beispielsweise Cu/Ni/Cr – Systeme.

CASS

Copper Accelerated Acetic Acid Salt Spray
(Kupferbeschleunigter Test)

Besonders stark beschleunigte und
aggressive Prüfung.


Wie läuft eine klassische Salzsprühnebelprüfung ab?

Für die Durchführung einer Salzsprühnebelprüfung stehen zwei Bauformen zur Verfügung: die Truhe (TLC-Serie) und der Schrank (FLC-Serie). Welche Variante für Ihren Einsatz geeignet ist, hängt von Größe, Geometrie und Anzahl Ihrer Prüflinge sowie vom geplanten Aufstellungsort ab.

 

Benötigtes Material / Equipment:

 

Grundlegende Prüfparameter

Beim klassischen Salzsprühnebeltest nach DIN EN ISO 9227 (neutraler NSS-Test) werden u. a. folgende Parameter eingehalten:

  • Salzlösung: 5 % NaCl (50 ± 5g/l)
  • pH-Wert des Nebels: 6,5 – 7,2
  • Temperatur: 35 °C ± 2 °C
    • Auffangmenge: 1-2 ml/h
    • 24 – 48 ml in 24h
    • Einfahrdauer der Kammer mind. 12 h
  • Prüfdauer: je nach Spezifikation (typisch 24 – 480 h)

Schritt 1
Ansetzen der NSS-Salzlösung

Im externen Solevorratsbehälter wird die erforderliche Sole/Salzsprühlösung gemischt. Mit einem Rührwerk wird das NaCl vollständig gelöst. Vor Beginn der Prüfung sind der pH-Wert sowie die Salzkonzentration zu kontrollieren. Die Konzentration kann beispielsweise mit einem Refraktometer oder Aräometer überprüft werden. Um Algenbildung oder Biofilme im Soletank zu vermeiden, hat sich in der Praxis ein wöchentliches Anmischintervall bewährt.

Salzlösung* lt. Norm:
50 gr ±5 NaCl aufgelöst in demineralisiertes Wasser bei 25°C und einem pH-Wert 6,5 – 7,2 (aufgefangen)

Faustregel:
1 Liter Sole = 50 g NaCl + 1 Liter demineralisiertes Wasser (≤20 µS/cm) (= 5 % NaCl-Lösung)

*Welches Salz für Salzsprühnebeltest?

Im Salzsprühnebeltest wird eine 5 %ige Natriumchlorid-Lösung eingesetzt, wobei ausschließlich hochreines NaCl mit mind. 99,5 % Reinheit verwendet wird. Haushaltsübliches Salz ist ungeeignet, da Zusatzstoffe oder Fremdionen die Prüfergebnisse verfälschen und unvollständig gelöste Kristalle Düsen oder Leitungen verstopfen können.

Schritt 2
Vorbereitung der Korrosionsprüfanlage

Die Prüfung gemäß DIN EN ISO 9227 – NSS starten. Die Anlage bereitet sich automatisch vor:

  •  Der Nutzraum wird auf 35 °C aufgeheizt.
  • Der Sprühdruck liegt zwischen 1,0 und 1,1 bar (ablesbar am Sprühdruckmanometer).

Anschließend wird mit einem *Niederschlagsmessbecher kontrolliert, ob die geforderte Auffangmenge erreicht wird → Ziel: gleichmäßiger, feiner Nebel – keine Tropfenbildung.

Sobald sichergestellt ist, dass die Salzsprühkammer normgerecht eingestellt ist, kann eine Prüfung gestartet werden.

*Wie die Auffangmenge prüfen?

  1. mind. 2 Auffanggefäße zur Niederschlagsmengenmessung im Nutzraum positionieren
    • 1x Düsen-Nähe
    • 1x in der Nähe der Kammerwand
  2. Messdauer: mindestens ≥ 12h
  3. Sollwert der Auffangmenge: 1-2 ml/h
  4. Zusätzlich pH-Wert und Salzgehalt in der aufgefangenen Lösung prüfen

Schritt 3
Prüfling einsetzen und Prüfung starten

Die Prüflinge werden zunächst gereinigt und anschließend im vorgeschriebenen Neigungswinkel von ca. 15–25° zur Vertikalen positioniert. Dabei ist darauf zu achten, dass keine Berührung zwischen den Prüflingen sowie kein Kontakt zur Kammerwand besteht. Außerdem dürfen keine Prüflinge übereinander positioniert werden. 

Anschließend kann der Prüflauf gestartet werden. Die Prüfung erfolgt vollautomatisch gemäß dem in der Anlagensteuerung hinterlegten Prüfabfolge.

Schritt 4
Prüfling entnehmen und auswerten

Nach Ablauf der Prüfzeit wird der Prüfling aus der Anlage entnommen – je nach Vorgabe – mit demineralisiertem Wasser abgespült oder schonend getrocknet. Anschließend erfolgt die Bewertung anhand der definierten Kriterien.

Die DIN EN ISO 9227 selbst definiert keine Grenzwerte oder Mindestanforderungen. Diese werden in Produktnormen oder Kundenspezifikationen festgelegt.

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